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Faten steigt am 29. Juli in Marokko ins Meer – und ertrinkt vor Ceuta. Besuch bei einer Familie, die Antworten sucht

Von einem Gerücht, das mit dem Tod endete.

Ins Wasser

Ist die Realität unerträglich, gewinnt jedes Gerücht an Kraft. Und sei es noch so unplausibel. Dann lässt es einen Dinge versuchen, die man sonst nie tun würde.

So wie Faten Ben Omar al-Azizi am 29. Juli, als sie ins Meer stieg.

Faten war auch schon schwimmen, so erzählt es eine Freundin später. Planschen eher, wird ihre Familie korrigieren. Die Strecke, die an jenem Donnerstag aber vor ihr lag, betrug nicht ein paar wenige Meter in seichtem Wasser. Mehrere Kilometer entfernt lag das Ziel, über das Gerüchte kursierten, dass sie dort willkommen geheissen würde.

Faten war nicht alleine. Da waren Hunderte, ja Tausende andere junge Menschen. Und ihr Bruder und ihre Schwester. Sie gingen gemeinsam ins Wasser. Fatens Bruder und Schwester stiegen in Ceuta, der spanischen Exklave auf afrikanischem Boden, aus dem Wasser. Faten nicht.

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